Was ist der Unterschied zwischen Mini und Midijob?

Von Olga Prosvetova Olga Prosvetova Selbstständige Steuerberaterin mit langjähriger Erfahrung in diversen kleinen und mittelständischen Steuer-Kanzleien. • Veröffentlicht am 17.05.2021- zuletzt aktualisiert am 31.05.2021

Minijob

Minijobber (oder auch geringfügig Beschäftigte genannt) sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Lediglich der Arbeitgeber zahlt die Sozialabgaben. Der Minijobber trägt einen kleinen Satz zur Rentenversicherung. Hiervon kann er sich jedoch befreien lassen. Dann entspricht das Bruttogehalt dem Nettogehalt. Minijobs kann es sowohl im privaten Haushalt geben als auch im Betrieb. Auswirkungen hat dies auf die Höhe der Steuern und Sozialabgaben.

Beispiele für Minijobs im Privathaushalt sind Putzarbeiten, Gartenarbeiten, Fensterputzen etc. Für Minijobs, die bereits vor 2013 bestanden, gibt es keine Versicherungspflicht. Alle »neuen« Minijobs unterliegen der Rentenversicherungspflicht. Dabei trägt der Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag in Höhe von 15% (bei einem Minijob im Betrieb) bzw. 5% (bei einem Minijob im privaten Haushalt).

Hat sich der Arbeitnehmer nicht befreien lassen, so muss er selbst einen Rentenversicherungsbeitrag zahlen, um auf den allgemeinen Satz von 18,6% zu kommen. Demnach muss er entweder 13,6% (Minijob im Privathaushalt) oder 3,6% tragen. Ist der Minijobber gesetzlich krankenversichert (auch in einer Familienversicherung), so muss der Arbeitgeber einen Beitrag in Höhe von 13% bei einem Minijobber im Betrieb bzw. 5% bei einem Minijobber im Privathaushalt zahlen.

Mindestbeitragsbemessungsgrenze

Zu beachten ist, dass es eine so genannte Mindestbeitragsbemessungsgrenze gibt. Diese beträgt 175 Euro. D.h. verdient ein Minijobber weniger als 175 Euro, wird der Rentenbeitrag von den 175 Euro berechnet und beträgt damit 32,55 Euro. Der Beitrag des Arbeitgebers wird hingegen vom tatsächlichen Entgelt berechnet. Beispiel: verdient ein Minijobber 100 Euro im Monat, so beträgt der Anteil des Arbeitgebers 15 Euro (15% v. 100 Euro). Der Arbeitnehmer muss 17,55 Euro zahlen (Mindestbeitrag in Höhe von 32,55 Euro abzüglich des Arbeitgeberanteils in Höhe von 15 Euro). Bei mehreren Minijobs werden alle zusammengezählt. Liegen alle zusammengenommen oberhalb der Mindestbeitragsbemessungsgrenze, so wird der Rentenbeitrag von dem tatsächlichen Entgelt berechnet. Anderenfalls gilt wieder der Mindestbeitrag. Die Mindestbeitragsbemessungsgrenze ist nicht anzuwenden, wenn jemand neben dem Nebenjob bereits woanders rentenversicherungspflichtig ist oder eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung hat.

Wichtig ist zu wissen: wird die vorgenannte Grenze überschritten, so wird die gesamte Tätigkeit sozialversicherungspflichtig.

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