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Wissenswertes zu Steuern und Gehalt

In unserem Wissensteil erklären wir Begriffe wie Steuern und Sozialabgaben. Wir zeigen Ihnen was hinter diesen (und anderen) Begriffen steckt und wie Sie Ihr Bruttogehalt beeinflussen.

Häufige Fragen und Antworten

Sozialabgaben

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Freibeträge

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Pauschbeträge

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Steuerrechner 2021

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FAQ: Sie fragen wir antworten.

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In unserem FAQ-Bereich haben wir einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema Gehalt und Steuern für Sie zusammengefasst. Suchen Sie nicht lange herum. Wählen Sie eines unserer Themenbereiche und stöbern Sie hinein.

Was ist brutto und netto?

Arbeitnehmer, die ein festes Gehalt bekommen, wissen, dass am Ende des Monats nicht das „gesamte“ Gehalt auf dem Konto landet. Dies liegt daran, dass vom Gehalt bestimmte Steuern und Abgaben einbehalten werden. Das ist grob gesagt der Unterschied zwischen brutto und netto. Das Bruttogehalt ist das einem Arbeitnehmer vertraglich zustehende Gehalt. Das Nettogehalt ist, einfach gesagt, die Summe, die am Ende des Monats aufs Bankkonto fließt. Vom Gehalt werden unterjährig Steuern und Sozialabgaben einbehalten. Zu den Steuern gehören die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer. Sozialabgaben sind Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten-, und Arbeitslosenversicherung. Die Höhe der Lohnsteuer hängt unter anderem von der Steuerklasse ab. Die Beiträge zur Sozialversicherung sind fest vorgegeben.  

Was versteht man unter ELStAM-Verfahren?

Der Lohnsteuerabzug erfolgt im so genannten ELStAM-Verfahren. ELStAM steht dabei für die ElektronischeLohnSteuerAbzugsMerkmale. Diese Lohnsteuerabzugsmerkmale (früher auf der Lohnsteuerkarte) sind beim Finanzamt hinterlegt und werden bei Beginn einer Beschäftigung online abgerufen und der Mitarbeiter wird danach entsprechend angemeldet. Änderungen dieser Abzugsmerkmale werden ebenfalls elektronisch bereitgestellt. Folgende Angaben werden von einem Arbeitgeber grundsätzlich benötigt:

  • Geburtsdatum
  • Steueridentifikationsnummer
  • Angabe, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenbeschäftigung handelt
  • Bei einer Nebenbeschäftigung: Information, ob ein ggf. vorhandener Freibetrag abgerufen werden soll

Die hinterlegten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale können beim zuständigen Finanzamt abgerufen werden. Das Finanzamt ist ebenso zuständig für die Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale.

Der Arbeitgeber ist zuständig für die Berechnung und Abführung der Lohnsteuer. Für den Lohnsteuerabzug benötigt der Arbeitgeber u.a. die Lohnsteuerabzugsmerkmal jedes Arbeitnehmers. Die Höhe der Lohnsteuer ist aus den Lohnsteuertabellen zu entnehmen. Der Lohnsteuerabzug wird u.a. von der Steuerklasse des Arbeitnehmers bestimmt. Denn bei jeder Steuerklasse werden unterschiedliche Pauschbeträge berücksichtigt. Neben den Pauschbeträgen gibt es beim Lohnsteuerabzugsverfahren auch eine so genannte Vorsorgepauschale. Diese ist in der Lohnsteuertabelle bereits eingearbeitet.

Welche Steuern gibt es?

In Deutschland gibt es zahlreiche Steuerarten. Alle aufzuzählen wäre an dieser Stelle nicht angebracht. Die wichtigsten Steuerarten sollen hier kurz genannt werden. Bei natürlichen Personen spielt die Einkommensteuer eine Rolle. Wie der Name schon sagt ist dies die Steuer auf das Einkommen. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % (ab 2021 soll dieser übrigens abgeschafft werden) und ggf. die Kirchensteuer (d.h. wer in Deutschland Mitglied einer staatlich anerkannten Kirche ist, muss Kirchensteuer zahlen. Die Kirchensteuer beträgt je nach Bundesland 8% bzw. 9%. Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer für juristische Personen. Diese beträgt 15% (zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag). Wer ein Gewerbe betreibt, muss Gewerbesteuer zahlen. Die Höhe hängt vom Hebesatz ab, welcher von den jeweiligen Gemeinden festgelegt wird.

Wie viel Steuern muss ich zahlen?

Ein Jurist würde sagen: es kommt darauf an. Denn die Höhe der Steuer hängt von dem persönlichen Steuersatz ab. In Deutschland herrscht ein progressiver Steuertarif. Besteuert wird damit nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Steuerbelastung beträgt zwischen 14% und 42%. Daneben gibt es die so genannte Nullzone. Das ist der Grundfreibetrag. D.h. bis zu diesem Betrag beträgt die Einkommensteuer 0 Euro. Der Grundfreibetrag beträgt im Jahr 2021 9.744 Euro (bzw. 19.488 bei Verheirateten). D.h. ab einem Einkommen von 9.745 wird Einkommensteuer erhoben. Der persönliche Steuersatz hängt wiederum vom zu versteuernden Einkommen ab. Das deutsche Steuerrecht kennt sieben Einkunftsarten. Die Einkünfte aus diesen Einkunftsarten werden bei der Berechnung der Einkommensteuer zusammengerechnet.

Wie viel Steuern bekomme ich zurück?

Jeder Bürger der Einkünfte erwirtschaftet muss darauf Steuern zahlen. Bei Arbeitnehmern wird die Steuer unterjährig im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens einbehalten. Die Steuererklärung bietet den Steuerpflichtigen die Möglichkeit, zu viel gezahlte Steuer vom Staat zurückzubekommen. Wie viel jemand an Steuern zurückbekommt kann nicht pauschal gesagt werden. Dies hängt von vielen Faktoren ab. So z.B. von der Höhe der Einkünfte oder von bestimmten Freibeträgen (z.B. Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, Ausbildungsfreibetrag etc.). Weiterhin spielen Sonderausgaben wie z.B. Kinderbetreuungskosten oder außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheitskosten) eine Rolle. Bei Arbeitnehmern können hohe Fahrtkosten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte dazu führen, dass der Pauschbetrag von 1.000 Euro überschritten wird und dies zu einer Steuererstattung führt. Eine Steuererstattung ist im Ergebnis die Differenz zwischen der tatsächlich zu zahlenden Steuern und der bereits gezahlten Steuer.

Wie viel Steuern zahle ich als Rentner?

Renten gehören grundsätzlich zu den sonstigen Einkünften und müssen demnach in der Einkommensteuererklärung angegeben werden (Anlage R). Doch müssen Rentner überhaupt eine Steuererklärung abgeben? Hier kommt es auf die Höhe der Renteneinkünfte an. Die Beiträge zur Rentenversicherung können in der Ansparphase als Sonderausgaben steuermindernd berücksichtigt werden. In der Rentenphase wird dann ein bestimmter Prozentsatz der Einkünfte versteuert (Prinzip der nachgelagerten Besteuerung). Für Renteneinkünfte gibt es den so genannten Rentenfreibetrag. Das ist der Teil der Einkünfte, der nicht besteuert wird. Dieser Freibetrag schmilzt mit jedem Jahr ab, sodass bis 2040 die kompletten Renteneinkünfte besteuert werden müssen. Liegen die Renteneinkünfte unterhalb des Grundfreibetrags, so muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Die Einkommensteuer wiederum richtet sich nach der Höhe der Einkünfte.

Wie viel Steuern auf Mieteinnahmen?

Wer eine Immobilie vermietet muss die daraus erzielten Einnahmen versteuern. In der Steuererklärung sind die Mieteinkünfte als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in der Anlage V anzugeben. Es müssen natürlich nicht die reinen Einnahmen versteuert werden. Von den Mieteinnahmen können die im Zusammenhang mit der Vermietung anfallenden Kosten abgezogen werden. Hierzu gehören beispielsweise Kosten für die Grundsteuer, Versicherung, Zinsen, Kosten für Vermietungsanzeigen und natürlich die Abschreibung (die Aufzählung ist nicht abschließend). Wie viele Steuern man auf Mieteinnahmen zahlt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Dies hängt von der Höhe der Einkünfte und dem persönlichen Steuersatz ab. Einen Freibetrag gibt es bei Vermietungseinkünften nicht. Hier kommt lediglich der Grundfreibetrag zum Tragen.

Wie viel Steuern auf Kapitalerträge?

Einkünfte aus Kapitalvermögen zählen zu einer der sieben Einkunftsarten, die das deutsche Steuerrecht kennt. Dies sind beispielsweise Zinserträge, Dividenden, Aktiengewinne etc. Eingetragen werden Kapitaleinkünfte in der Anlage KAP. Bei Einkünften aus Kapitalvermögen gibt es jedoch eine Besonderheit. Für Einkünfte aus Kapitalvermögen gibt es eine eigenständige Quellensteuer, die Abgeltungssteuer. Der Steuerabzug erfolgt direkt an der Quelle (deswegen Quellensteuer). Die Abgeltungssteuer wird durch die Banken einbehalten (sofern kein Freistellungsauftrag gegeben ist) und direkt an das Finanzamt abgeführt. Dies hat damit abgeltende Wirkung. Die Abgeltungssteuer beträgt 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Für Kapitalerträge gibt es einen Pauschbetrag. Dieser beträgt 801 Euro (1.602 Euro bei Verheirateten). Auf Antrag können Kapitaleinkünfte dem persönlichen Steuersatz unterworfen werden (Günstigerprüfung). Dies lohnt sich aber nur dann, wenn der persönliche Steuersatz weniger als 25% beträgt.

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