Erfolgreich Ziele formulieren - Die SMART-Formel

Veröffentlicht am 29.07.2022- zuletzt aktualisiert am 29.07.2022

Egal ob neuer beruflicher Meilenstein oder persönliche Weiterentwicklung: Wir alle haben konkrete Ziele im Hinterkopf, die wir im Leben erreichen möchten. Wie Wissenschaftler zeigten, kann schon allein das schriftliche Festhalten des Vorhabens die Erfolgschancen steigern. Ein wichtiges Instrument dafür ist die SMART-Formel. Hier in diesem Artikel zeigen wir, was sich hinter dem Konzept verbirgt.

shutterstock: fatao | SMART Formel - Ziele formulieren

Persönliche Ziele erreichen

Wie verarbeite ich vage Wünsche, Absichten und Hoffnungen weiter zu einem konkreten Ziel? Vor allem Führungskräfte sehen sich mit dieser Frage konfrontiert. Im Umgang mit Mitarbeitern ist Klarheit gefragt, um Projekte zum Erfolg zu führen. Doch diese Prämisse lässt sich in den persönlichen Bereich übertragen.

Ein gutes Beispiel sind die typischen Neujahrsvorsätze, die sich viele Menschen vornehmen. Meist gleichen sie eher simplen Wünschen, wenn wir uns beispielsweise vornehmen, im neuen Jahr »etwas mehr Sport zu machen«. Andere haben bestimmte finanzielle Meilensteine vor sich, die sie in der nächsten Zeit erreichen möchten. Unabhängig davon, ob geschäftliche Interessen oder das persönliche Wohl im Vordergrund stehen: Die SMART-Formel ist ein nützliches und unkompliziertes Tool, das dabei Unterstützung leisten kann.

Das Konzept der SMART-Formel

Die SMART-Formel dient als Vorbild, um Zielvorstellung besonders gut auf den Punkt zu bringen. Damit soll es möglich werden, den Erfolg des Projekts schon im Vorfeld zu steigern. „SMART“ ist dabei als Akronym zu verstehen: Die einzelnen Buchstaben stehen für die Eigenschaften, welche das ausformulierte Ziel aufweisen sollte:
 

  • S wie „spezifisch“: Jedes Ziel sollte spezifisch, klar und so konkret wie möglich formuliert sein. Je eher dies geschieht, desto besser lässt sich aus dem Ziel ableiten, welche einzelnen Schritte für die erfolgreiche Umsetzung notwendig sind. Dadurch wird ausgeschlossen, dass letztlich nur eine vage Vorstellung davon existiert, was eigentlich erreicht werden soll.
     
  • M wie „messbar“: Wann immer es möglich ist müssen konkrete Kennzahlen mit in das Ziel einfließen. Anhand dieser Zahlen ist es später möglich, den Erfolg oder Misserfolg Schwarz auf Weiß zu sehen. Wer in allgemeinen Formulierungen verharrt, droht später den exakten Erfolg des Vorhabens nicht beziffern zu können.
     
  • A wie „attraktiv“: Zunächst scheint es offensichtlich, dass ein selbst formuliertes Ziel attraktiv sein sollte. Dennoch ist dieser Aspekt wichtig, da aus ihm letztlich die nötige Motivation für die erforderlichen Schritte geschöpft werden kann. Wird in der Berufswelt ein Ziel nicht von allen Beteiligten gleichermaßen als attraktiv empfunden, fehlt später womöglich die Kraft, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
     
  • R wie „realistisch“: Die Notwendigkeit eines realistischen Ziels hängt eng mit dem vorherigen Punkt zusammen. Können sich alle Beteiligten zumindest mit einer kleinen Portion Optimismus vorstellen, dass sich das Vorhaben in die Tat umsetzen lässt, wird die Motivation davon eindeutig profitieren. Ein zu hoch gestecktes, also unrealistisches Ziel kann hingegen lähmend wirken und dadurch den anfänglichen Schwung zunichte machen.
     
  • T wie „terminierbar“: Abschließend sollte ein nach der SMART-Formel formuliertes Ziel terminierbar sein. Dies bedeutet, dass ein konkretes Datum genannt wird, an dem das selbst gewählte Ziel erfolgreich erreicht sein sollte. Dies stellt sicher, dass das Vorhaben nicht aus Bequemlichkeit weit in die Zukunft geschoben wird. Terminierte Ziele erfordern meist schnelles Handeln und können die Beteiligten dadurch leichter in die Gänge bringen.

Beispiele für smarte Ziele

Wie können die mit der SMART-Formel angepassten Ziele denn nun konkret aussehen? An ein paar Beispielen lässt sich das zugrunde liegende Motto leichter nachvollziehen. Zunächst lohnt sich ein Blick in den persönlichen Bereich, wo viele Menschen ebenfalls mit Zielen operieren. Ein Neujahrsvorsatz könnte wie folgt lauten:

»Nächstes Jahr möchte ich endlich abnehmen.“

Während die Motivation, die hinter diesen Worten steckt, durchaus lobenswert sein kann, entspricht die Formulierung nicht den Grundsätzen der SMART-Formel. Beispielsweise ist das Vorhaben nicht spezifisch oder messbar. Eine Gewichtsreduktion von 0,5 Kilogramm innerhalb des nächsten Jahres, die wohl kaum als Erfolg gelten kann, würde der Erfüllung des Wunsches bereits entsprechen. Dadurch kommt dem Ziel auch die nötige Attraktivität abhanden. Lediglich in puncto Realismus überzeugt die Formulierung auf ganzer Linie. Mit ein paar Anpassungen an die SMART-Formel könnte die Formulierung zum Beispiel so lauten:

»Bis zum 31.12. des neuen Jahres wiege ich nur noch 80 Kilogramm, also 10 Kilo weniger.“

In dieser Formulierung steckt einerseits ein eindeutiger Termin, zu dem das Ziel erreicht sein soll. Ob dem wirklich so ist, wird durch die Gewichtsangaben konkret messbar. Diese könnten für die kommenden 12 Monate außerdem als Wegmarken dienen. So ist leicht zu überprüfen, ob sich das persönliche Vorhaben noch auf Kurs befindet. Für viele Menschen, die mit etwas Übergewicht zu kämpfen haben, handelt es sich außerdem um ein gleichermaßen realistisches und attraktives Ziel. Trotzdem bleibt die Maßgabe realistisch und fordert nicht so viel ab, dass die betreffenden Personen davor direkt zurückschrecken würden.

Nach dem gleichen Motto hilft die SMART-Formel auch im geschäftlichen Bereich bei der Formulierung bestimmter Ziele. Ein Unternehmen könnte zum Beispiel den groben Kurs »Umsatzsteigerung« vorgeben. Für die Führungskräfte lassen sich daraus aber keine konkreten Handlungsschritte ableiten, die nun in die Tat umgesetzt werden sollten. Gibt es hingegen das konkrete Ziel, die Bruttoumsätze in der Kategorie »XY« bis zum 3. Quartal des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 15% zu steigern, ist eine konkrete Auswertung möglich. Wie an diesem Beispiel deutlich wird, muss schon in der Phase der Planung etwas mehr Zeit investiert werden, um zu einem so konkreten Ergebnis kommen zu können.

Die Visualisierung

Mit der konkreten schriftlichen Fixierung und der präzisen Formulierung des Ziels wurden bereits zwei wichtige Schritte erledigt. Wer die Erfolgschancen weiter in die Höhe treiben möchte, kann nun konkrete Schritte für das Erreichen des Ziels herausarbeiten. Im persönlichen wie im beruflichen Bereich ist es dabei wichtig, diese so oft wie möglich gut sichtbar vor sich zu haben. Je langfristiger das Ziel angelegt ist und je weiter es somit in der Zukunft liegt, desto wichtiger ist die Visualisierung.

Experten raten dazu, den konkret ausformulierten Plan an die Wand zu hängen. Auf diese Weise ist im Alltag immer ersichtlich, worauf die eigenen Aktionen hinsteuern und was damit später erreicht werden soll. Damit ist ein motivierender Effekt verbunden, der die weitere Arbeit am Projekt klar unterstützen kann.

Wer noch weiter gehen möchte, bricht die einzelnen Schritte zum Erreichen des Ziels in konkreten To-Dos herunter. Diese können dann in Listenform aufgeschrieben und nacheinander abgehakt werden. Dieses einfache Prinzip kann dabei helfen, den wahren Fortschritt der eigenen Bemühungen sichtbar zu machen, selbst wenn sich dieser noch nicht in Erfolg niederschlagen sollte. Andererseits werden Punkte aufgedeckt, die bis dato noch nicht nach Plan laufen und an denen weiter gearbeitet werden muss.

Das Ziel in Stein meißeln?

Ein häufiger Einwand gegen die SMART-Formel lautet, dass diese zu wenig flexibel sei. Tatsächlich können entlang des Weges unvorhergesehene Schwierigkeiten auftauchen, die es sehr schwer oder praktisch unmöglich machen, das am Anfang festgelegte Ziel noch zu erreichen. Doch es gibt zwei unterschiedliche Wege, um mit solchen Situationen umzugehen.

Einerseits bietet sich die Chance, das Ziel neu zu formulieren, ohne dabei der Aussage der SMART-Formel zu widersprechen. Führen die Überlegungen zu dem Schluss, dass es sich aufgrund der unvorhergesehenen Hindernisse nicht mehr um ein realistisches Ziel handelt, muss dieses neu formuliert werden, um weiterhin den Punkten der Formel zu entsprechen.

Andererseits besteht die Möglichkeit, weiterhin auf das Erreichen das Ziels zu pochen und zu versuchen, ihm so nahe wie möglich zu kommen. Selbst wenn es am Ende des Tages nicht zum vollständigen Erfolg reichen sollte, wurde ein wertvoller Fortschritt gemacht: Denn das 50-prozentige Erreichen eines sehr ambitionierten Ziels bringt nach wie vor zum Ausdruck, dass offenbar wichtige Fortschritte gemacht wurden, an die sich in Zukunft anknüpfen lässt.

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